Wenn der Jens zum Ali gemacht wird…

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Es war ein schlimmes Ereignis, das Attentat in der Innenstadt von Münster. Als der nach letztem Erkenntnisstand psychisch kranke Mann (Jens R.) mit einem Kleintransporter in eine Menschenmenge raste, tötete er 2 Personen und verletzte etwa 20 weitere zum Teil schwer. Unmittelbar danach erschoss er sich selbst. Es gibt keinerlei Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, vielmehr erhärtet sich der Verdacht, dass der Mann suizidgefährdet war. Weshalb er die Tat schließlich so ausführte, bleibt zunächst ein Rätsel.

Was jedoch im Umfeld von AFD- Politiker Björn Höcke hierzu spekuliert wird, übersteigt jegliche Vernunft und bestätigt die Gier von Leuten aus der rechtspopulistischen Szene nach Feindbildern, auch wenn man sich diese abenteuerlich zusammenbasteln muss.

Quelle: https://www.facebook.com/Bjoern.Hoecke.AfD/photos/a.1424703574437591.1073741828.1424631334444815/2060393864201889/?type=3&comment_id=2060811864160089&notif_id=1523363021785623&notif_t=feedback_reaction_generic&ref=notif
Quelle: Facebook Profil Björn Hoecke

Bis dahin (22 Stunden nach Veröffentlichung dieses Kommentars) gefällt 116 Personen diese krude Theorie und nicht wenige fühlen sich sogar motiviert, daran weiter zu spinnen.

Quelle: Facebook Profil Björn Hoecke

Schafft man es, sich durch diesen geistigen Müll durch zu quälen, erkennt man die Enttäuschung von besorgten Bürgern bis hin zu notorischen Rassisten darüber, dass man nicht ansatzweise einen islamistischen Hintergrund für die Tat reklamieren konnte. Die Polizei war zunächst Zeugenaussagen nachgegangen, wonach noch zwei Menschen aus dem Auto gesprungen und geflüchtet sein sollten. Das hat sich nicht bestätigt. Wenn man schon keine islamistische Tat vorzeigen kann, muss der Täter eben ein Nachahmer des Breitscheidplatz- Attentäters gewesen sein. Auch sind sich die Rechtspopulisten nicht zu schade, türkische oder rumänische Medien zu kolportieren, weil dort fälschlicherweise der letzte Hoffnungsschimmer auf ausländische Minimalbeteiligung aufkeimte.

Aber auch das politisch entgegen gerichtete Spektrum bekleckerte sich nicht mit Lorbeeren. Schweigen wäre in diesem Fall tatsächlich verbalisiertes Gold gewesen. Eine fast zufriedenstellende Erleichterung war zu spüren, dass man islamistischen Terror ausschließen konnte.

Quelle: Twitter
Quelle: Twitter

Dass der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime sich und allen in Deutschland lebenden Muslimen mit diesem Tweet keinen Gefallen getan hatte, wird er wohl im Nachgang selbst festgestellt haben. Es klingt beinahe wie eine lang erwartete Rechtfertigung für islamistischen Terror, so als wären die Motive für solche Taten ab jetzt nicht mehr von Relevanz.

Kann man solche Taten, insbesondere im Hinblick auf die Opfer und deren Angehörige, einfach mal nicht politisch instrumentalisieren?

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